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Erlebnispädagogik im Pädagogik-Leistungskurs

Wie zwängt man sich am besten an finsteren Gestalten in einer einsamen Ecke am Busbahnhof vorbei? Wie kann man verhindern, gewaltbereite Menschen zusätzlich zu provozieren? In welchen Situationen sollte man anderen helfen, wann sich selbst in Sicherheit bringen? Genau mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler eines Pädagogik-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 während des sechsstündigen Anti-Aggressions- und Coolness-Trainings, durchgeführt von Dirk Fleischer und Ulla Heek vom Diakonischen Werk Marl. Die theoretische Grundlage des Trainings basiert auf der Konfrontativen Pädagogik. In dem Training ging es jedoch alles andere als theoretisch zu:

Schwarzes Schaf-400Eine der ersten Gruppenübungen des Trainings nannte sich „Das schwarze Schaf“: Dazu wird die Gruppe in „Füchse“ und „Schafe“ aufgeteilt. Die Füchse verlassen für einige Minuten den Raum, während die Schafsherde kurz  Zeit bekommt, sich so zu positionieren, dass das schwarze Schaf unter ihnen möglichst gut geschützt ist. Dann kommt der Auftritt der Füchse: Ihre Aufgabe ist, das schwarze Schaf“ möglichst schnell in der Herde zu finden. Dabei weichen die anderen Schafe diesem nicht von der Seite! Ziel der Übung ist, Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, aber auch wie gut es sich anfühlt, schwarze Schafe innerhalb einer Gruppe zu schützen und sich für sie einzusetzen. Die Füchse lernen, dass es langweilig und sinnlos ist, ein gut geschütztes schwarzes Schaf zu mobben.

Weniger spielerisch ging es bei der nächsten Sitzung zu. Schülerinnen und Schüler bekamen die Gelegenheit, die Perspektive von Gewaltopfern und -tätern zu übernehmen. Geschützt von Schlagpolstern, wurde das Opfer von beiden Seiten durch die Fußtritte zweier Täter attackiert. Körperlich hat dabei niemand Schaden genommen; wir waren erschrocken, durcheinander – einfach sehr, sehr bestürzt. Diese Perspektive des Opfers einmal hautnah zu erleben, war sicherlich ein großes Ziel dieser Übung, andererseits ging es in der Nachbesprechung aber auch darum, zu verstehen, wie Täter zu solchen Handlungen überhaupt in der Lage sind. Eine Erklärung lässt sich biologisch über die extreme Ausschüttung von Hormonen herleiten. Wichtig ist an dieser Stelle zu betonen: Es ging an bei dieser Übung keinem Punkt darum, dieses Verhalten zu rechtfertigen! 

 Der Abschluss des Trainings bildete der barfüßige Lauf über einen großen HaufenZollstock-300 Glasscherben. Die Symbolik dieser Übung ist nur zu verstehen, wenn man sich die eigentliche Zielgruppe von Dirk Fleischer und Ulla Heek vergegenwärtigt: Die beiden arbeiten im Alltag mit jungen Menschen, die bereits gewalttätig geworden sind, teilweile sogar schwer. Gewalt spielte im Leben dieser Jugendlichen bislang eine wichtige Rolle, gab ihnen Kraft und Selbstbewusstsein. Der Gang über das Glas stellt daher eine Mutprobe dar, die Stärke ausdrückt, aber ohne Gewalt gegen andere auskommt. Auch aus unserem Pädagogik-Kurs wagten sich Schülerinnen über den Scherbenhaufen! Besonders die freiwillige Teilnahme an dieser Mutprobe kann als Indiz für eine erfolgreiche Veranstaltung gewertet werden, die bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. 

Die vielen, vielen Eindrücke und Erfahrungen lassen sich teilweise nur schwer in Worte – geschweige denn in diesen kleinen Text fassen. Was wir erlebt haben, war ein Wechselbad der Gefühle: Wir waren beeindruckt, schockiert, hatten aber auch sehr viel Spaß! Dazu hat die tolle Mitarbeit des Kurses beigetragen, der trotz anfänglicher Uneinigkeit und Skepsis vor Rollenspielen großartig mitgemacht hat. Nicht zuletzt ist der Erfolg des Trainings auch unseren Trainingsleitern Dirk Fleischer und Ulla Heek zu verdanken. Großer Dank geht außerdem an den Förderverein der Gesamtschule Buer-Mitte für seine großzügige Unterstützung des Vorhabens.


Birgit Reisig
Anna-Margaretha Armbrüster

 

 

 

 

 

Wasserstoff + Sauerstoff = Energie + Wasser

Unter diesem Motto besuchte der WPI NW-Kurs unserer Schule mit Herrn Alfs den Tag der offenen Tür des Wasserstoff-Innovationszentrums auf der Zeche Ewald in Herten. “Die Brennstoffzelle - mobile Alternative?” ist das Unterrichtsthema. So konnten wir unser Wissen über die Funktionen einer Brennstoffzelle vertiefen und innovative, technische Anwendungen wie den Wasserstoffbus oder das Brennstoffzellen angetriebene Fahrrad kennen lernen und natürlich ausprobieren.

M. Allfs

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Filmische Mittel CrashkursKunst-Projekt 9.3:
Film

Die Klasse 9.3 arbeitet im Kunstunterricht zur Zeit an Plots, Drehbüchern und Storyboards um dann einen eigenen Film verwirklichen zu können. Das Film bewegte Kunst ist, merkten die Schülerinnen und Schüler als sie eine fachkundige Einweisung durch einen Kameramann (Mediengestalter Bild-Ton) ins Metier bekamen. Einige Begriffe und Problemstellungen kannten sie schon aus dem Kunstunterricht. Die verschiedenen Perspektiven und ihre Wirkungen wurden ebenso thematisiert wie z.B. auch die Kontraste (Hell-Dunkel, Mengen Richtungen, Größen usw.). Herr Erich, der zur Zeit seine Ausbildung zum Mediengestalter abschließt gab der Klasse zahlreiche Tipps und wichtige Anregungen für die Durchführung des Projekts. Zum Schluss erzählte Herr Erich dann noch über seine Ausbildungslaufbahn und hatte auch hier einige gute Tipps für Interessierte.

 

Seminar:
Einander anerkennen

Warum nahmen wir an dem Seminar teil ?
Wir haben an dem Seminar Teilgenommen, da wir auch Menschen mit Migrationshintergrund eine Chance bieten wollten respektiert und anerkannt zu werden.
Aber warum wollen wir es euch mitteilen ?
Wir denken, dass es wichtig für euch ist zu wissen wie man die von euch auch Ausländer genannten Mitmenschen anerkennen kann.
Erläuterung:
Zuerst haben sich uns unsere Teamer Vorgestellt danach folgte dann eine allgemeine Vorstellungsrunde in der wir Namen, Alter, Herkunft und unsere Erwartungen an das Seminar nennen durften.
Nach der Beendigung der Vorstellungsrunde spielten wir ein Spiel das zur Aufwärmung diente es hieß: Buntes Zahlen Mischmasch.
Nach dem Aufwärmen ging es weiter mit der ersten  Compertition :
Warum blieb Großvater hier?
Als nächstes kam wieder eine Aufwärmübung : Knöllchen Wettbewerb; der echt Spaß gemacht  hat.
Danach spielten wir das Klassenfahrt-Planspiel.
ganz wichtig waren auch die :

Regeln!
Vertrauen       Verantwortung       Respekt

Was brachte uns der Vormittag? :
Wir haben viele Wichtige Dinge gelernt zum Beispiel noch verstärkter darauf zu achten Menschen mit Migrationshintergrund zu achten und zu respektieren .
Wir hoffen ihr habt nun ein Stück von unserem Seminar kennen gelernt und habt auch ein wenig davon mitbekommen was wir so in der Schule machen ich hoffe es hat euch gefallen .
Klasse: 10.2

 

 

 

Leben in Schaffrath

Können Sie sich vorstellen ihren Tag zu leben und am nächsten Morgen nicht mehr zu wissen, was Sie eigentlich erlebt oder unternommen haben?

Also wir konnten nicht glauben, dass es tatsächlich Menschen mit einer so schlimmen Krankheit gibt. In uns wurde das Interesse geweckt, zu erfahren, wie man mit solchen Leuten umgeht und wie man sie erfreuen kann. Einmal monatlich besuchen wir das Haus  „Leben in Schaffrath“ in Begleitung von Frau Vollmann, ohne die das Projekt niemals möglich gewesen wäre, um den Kranken Gesellschaft zu leisten, mit ihnen zu basteln, zu backen, Geschichten vorzulesen oder Spiele zu spielen. Das ist immer wieder eine neue Herausforderung für uns, die jedoch sehr viel Spaß und Freude macht, schließlich ist es toll zu sehen, dass Menschen sich über kleine Gesten freuen können.

Laura Crossberger, Annika Funk, Jana Gulitz, Ikram Labed, Melina Meier, Saskia Wehner (10. JG)

 

 

Präventionsprojekt „Crash-Kurs“ an der GBM – „das Leben ist es (mir) wert…“

„Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.“ Dies hat einmal Winston Churchill gesagt, der als der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts gilt. Mittlerweile befinden wir uns im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Unser Leben ist geprägt von Medien. Viele dieser modernen Medien wie CDs, DVDs, MP3s etc. haben die Eigenschaft, dass man das Gesehene bzw. Gehörte immer wieder anhalten, zurückspielen und erneut abspielen kann. Auch in der Welt der Computerspiele kann man einen Der Appell der Initiatoren_350Level oder ein Game „abspeichern“ und später wieder weitermachen, manchmal auch einen Level wiederholen. Medien beeinflussen auch das, was wir „Wirklichkeit“ nennen. Doch was ist „Wirklichkeit“? Medien spielen in die Wirklichkeit des Alltags hinein und unser Alltag findet seinen Widerhall in Medien.
Und dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen „Medienspiel“ und „wirklichem Leben“: Das Leben kennt kein Zurück, keinen „wiederholten Level“ und keine „zweite Chance“. Somit gibt es auch Fehler, die nur einmal, und zwar mit tödlicher Konsequenz gemacht werden. Was zu Zeiten Churchills noch undenkbar war, das ist in der heutigen Welt moderner Medien so gut wie nie zuvor machbar: das Lernen aus den (fatalen) Fehlern, die anderen Menschen zuvor unterlaufen sind; insbesondere gelingt dies mit Hilfe moderner Medien, die möglichst viele Sinne des Menschen ansprechen können.
Das Polizeipräsidium Gelsenkirchen, vertreten durch die Direktion Verkehr, hat ein Präventionsprojekt zur Verhaltensbeeinflussung bzw. -änderung von jugendlichen Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr in Gelsenkirchener Schulen initiiert. In Abstimmung mit dem Referat Erziehung und Bildung der Stadt Gelsenkirchen wurden verschiedene weiterbildende Schulen in Gelsenkirchen für die Teilnahme an dem Pilotprojekt vorgeschlagen. Unter den Schulen, die am Projekt teilnahmen, war auch die Gesamtschule Buer-Mitte. Der Anstoß zu dem Projekt erfolgte durch das Innenministerium NRW, auf Basis eines ähnlichen Projektes der englischen Staffordshire Police.
Die Zielgruppe umfasst „junge Erwachsene“ (Menschen zwischen 18 und 24 Jahren), die sich und andere bei der Teilnahme am Straßenverkehr weit mehr als andere gefährden bzw. schädigen. Angehörige dieser Zielgruppe sind überproportional an Verkehrsunfällen, teilweise mit gravierenden Folgen, beteiligt.
Hauptprobleme sind das (Nicht-)Anlegen des Sicherheitsgurtes, Telefonieren während der Fahrt, Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit und Fahren unter Drogen- bzw. Alkoholeinfluss. Hierbei werden die Gefahren für Fahrer (Bei-) oder Mitfahrer und sonstige Verkehrsteilnehmer in den Fokus gerückt. (Projektbeschreibung siehe:
http://www.polizei-nrw.de/gelsenkirchen/Projekte/sicherheit-im-strassenverkehr/article/crash-kurs.html).Frau Ulbrich übergibt das Wort_450
Das Verkehrsprojekt war somit ideal auf die Schülerinnen und Schüler (SuS) des 10. Jahrgangs der GBM zugeschnitten. Was waren aber die Inhalte des Verkehrsprojekts? Auf was durften sich die SuS des 10. Jahrgangs einstellen, nachdem sie sich am 23. Februar 2010 um kurz vor 10:00 Uhr in der verdunkelten Mensa, in der bereits die „Bühne“ für die Veranstaltung vorbereitet worden war, eingefunden hatten? Die Projektbeschreibung sah folgende inhaltliche Schwerpunkte vor: (…) Aus didaktischer Sicht werden Personen aus Berufen, die mit sämtlichen Facetten des Begriffs „Verkehrsunfall“ zu tun haben (Polizeibeamte, Feuerwehrbeamte, Notärzte, Notfallseelsorger etc.) in einer ca. 90 Minuten langen Veranstaltung den Schülerinnen und Schülern authentisch und nachhaltig Situationen und Vorfälle aus ihrem beruflichen Alltag zum Thema „Verkehrsunfall“ vortragen, um dadurch in diesen Betroffenheit zu erzeugen und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie bei entsprechendem Fehlverhalten selber „Kunden“ des oben genannten Personenkreises werden können. Daneben sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, als Mitfahrer andere zu positivem Verhalten im Straßenverkehr anzuhalten. Ergänzt werden die Vorträge durch Video- und Fotoeinspielungen zu den genannten Themenfeldern. (…) (Projektbeschreibung, ebenda.) – Projekte kommen und gehen.
Nicht immer ist nachvollziehbar, ob die Zielsetzungen erreicht wurden und die eigentliche Zielgruppe – die SuS – wirklich angesprochen werden konnten. Daher war es sicherlich eine Überlegung wert der Frage nachzugehen, wie diese Veranstaltung bei den SuS der GBM angekommen ist und inwieweit sich durch diesen „Crash-Kurs“ eine Bewusstseinsveränderung mit Blick auf die (vermeidbaren) tödlichen Gefahren im Straßenverkehr eingestellt hat. Im Folgenden soll somit ein Feedback, welches gleichermaßen Eindrücke von Lehrerinnen und Lehrern sowie SuS berücksichtigt, zeigen, dass die Veranstaltung als großer Erfolg sowohl für die SuS der GBM als auch für die Veranstalter verbucht werden kann, denn das angesprochene Klientel zeigte sich während der 90 Minuten sehr betroffen.
Die Betroffenheit wirkte auch noch weit in den Schulalltag hinein. Die Sensibilisierung für die tödlichen Gefahren durch das im „Crash-Kurs“ dargestellte Fehlverhalten bzw. die Verantwortungslosigkeit im Straßenverkehr ist in hohem Maße erreicht worden. Das zeigte sich insbesondere an dem authentischen Verhalten der SuS, denn die sonst zu beobachtenden (ablenkenden, ignorierenden) Verhaltensweisen bzw. Gesprächssignale und Äußerungen („Dann geh´ ich eben darauf…“) blieben aus. Wenn solche Signale im Ansatz auftraten, schalteten sich anwesende SuS ein und bewiesen Problembewusstsein und altersgemäße (hoffentlich dauerhafte) menschliche Reife und Vernunft. Die SuS äußerten sich auch überrascht darüber, wie schnell ein tödlicher Unfall entsteht, wie schnell ein Leben beendet sein kann und wie verletzlich ein menschlicher Körper ist.
In zahlreichen Einzeläußerungen – während und nach der Veranstaltung – stellte sich zudem heraus, dass die SuS sich mit der Veranstaltung in sehr hohem Maße identifizieren konnten, und zwar gemäß der Fragestellung: „Was hat das mit mir zu tun?“ bzw. „Was geht mich das an?“ Der „Crash-Kurs“ hat den SuS gezeigt, dass sie tatsächlich schnell in einen „Crash“ verwickelt sein können, ob (bald) als Fahrer(in) oder bereits als Mitfahrer(in), denn viele SuS bereiten sich auf den Führerschein für das Auto vor oder sind bereits mit dem mit einigen PS bzw. KW ausgestatteten Zweirad unterwegs. Die von den Initiatoren angebotenen Strategien im Umgang mit gefährlichen Situationen im Straßenverkehr (z. B.: „Der Fahrer, der mich/uns hier gerade von der Disko nach Hause fährt, ist betrunken – was kann ich jetzt bloß machen?“) wurden von den SuS aufgegriffen und später – in der Nachbereitung im Unterricht – als „ihre“ Problemlösungsstrategien ausgegeben. So hieß es zum Beispiel: „Wenn jemand betrunken Auto fährt, dann sage ich dem ganz klar, dass ich aussteigen will!“ Oder: „Halt sofort an! Ich will raus!“
Spannung_s600In offenen Gesprächen, die mit den SuS geführt werden konnten, stellte sich zudem heraus, dass die SuS im 10. Jahrgang bereits Erfahrungen mit den dargestellten Gefahren gemacht haben. So sind einige der SuS bereits mit durch Alkoholkonsum fahruntüchtig gewordene Personen konfrontiert worden. Das Projekt „Crash-Kurs“ war somit auf der Höhe der Zeit und spiegelte die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen in ihrer Freizeit wider. Erfreulicherweise konnte man erkennen, dass einige der SuS durch den „Crash-Kurs“ nunmehr nicht mehr willens sind, das verantwortungslose Verhalten von Fahrer(innen) und Mitfahrer(innen) zu akzeptieren oder zu tolerieren. In kleineren Kreisen wurden weitere praktische „Strategien“ erarbeitet, wie man geschickt in einer solchen Gefahrensituation aus dem Auto eines betrunkenen Fahrers – und damit buchstäblich aus der Gefahrensituation – aussteigen kann. So könnte es etwa heißen: „Lass mich an der nächsten Ampel am Kiosk/an der Tankstelle etc. (an einem sicheren Ort, der geeignet ist, um dort die Toilette zu besuchen) raus, ich muss zur Toilette/ mich übergeben…“ Dass die SuS ihre Erfahrungen mit dem Verkehrsprojekt verknüpfen konnten, ist auch darauf zurückzuführen, dass die SuS zu jeder Zeit das Gefühl hatten, „mittendrin“ zu sein. Die Kluft zwischen ihrer „Realität“ und der dargestellten „Realität“ wurde bemerkenswert geschickt geschlossen.
Die dargestellten Unfälle – Verkehrsopfer wurden mit Namen genannt – wurden mit ihrer Vorgeschichte präsentiert, wobei die Fixierung auf den Raum Gelsenkirchen als besonders wirklichkeitsnah wahrgenommen wurde („unser GE“). Hierbei zeigten sich die SuS als sehr kreativ und entdeckten die Sicherheit im Auto und im Straßenverkehr als „ihr Ding“. Die mediale Darstellung gefiel den Anwesenden ebenfalls sehr gut. Gleiches galt für die moderne Darstellung der Inhalte – und vor allem der sehr gelungene Mix aus Technik und „glaubwürdigen Menschen aus dem Leben“ bewirkte hier sehr viel Positives.
Im Einzelnen waren hierbei von den SuS folgende Aspekte genannt worden: Die „Moderation“ durch Polizeioberrat Schlöhlein, der durch die Veranstaltung führte, war sehr ansprechend und die kurzen Filmausschnitte mit ihrer „durchschlagenden“ Wirkung (SuS: „ein Hammer“) zogen die SuS in ihren medialen Bann. Die Angemessenheit der Filme Wünsche auf dem Ballon_400und sonstigen Beiträge = nicht zu „hart“ (abschreckend) und nicht zu weich (unterhalb der Wirkungsschwelle) wirkte sich ebenfalls sehr positiv auf die Bereitschaft der SuS, eine konstruktive Auseinandersetzung mit den dargestellten Inhalten anzugehen, aus. Somit konnte sich eine Idealwirkung („Break-even-Point“) entfalten, die Aufwand und Ergebnis in ein sehr günstiges Verhältnis stellte. Auch das Audio-File („3 Minuten“) und die Momentaufnahme („1,5 Sekunden“) kamen sehr gut an. Besonders eindrucksvoll erwiesen sich die authentischen Berichte der beteiligten Fachleute, die „aus dem Leben“ berichteten. Es waren Zeugen, die aus realen Situationen in Gelsenkirchen erzählen konnten und schnell den Zugang zu den SuS bekamen.
Dies zeigt sich neben den oben genannten Merkmalen ebenfalls an der durchgehenden Konzentration und auch an der Tatsache, dass sie auf ihre Pause verzichtet haben bzw. diese verschieben wollten. Die SuS berichteten, dass sie „(…) gestern auch an der Stelle vorbeigekommen sind (…)“ und konnten viele der geschilderten Verkehrsunfälle mit Todesfolge nun noch besser in „ihr“ Leben einordnen bzw. die „Kreuze an der Straße“ erklären. Damit wurden diese Unfallorte: eine Brücke, ein Pfeiler oder eine Kreuzung als Teil ihrer Lebenswelt neu definiert. Die gewählten Beispiele: (z. B. die Frage: „Ein Aufprall bei 50 km/h – was bedeutet das?“ Antwort: „Das ist so, als würdest du von einem 10-Meter-Brett springen, aber ohne Wasser im Becken!“) waren sehr schülerorientiert und bestens geeignet, um aus nüchternen Daten und Zahlenmaterial lebensnahe und für die SuS verwertbare Eindrücke zu vermitteln, die Eingang in die Vorstellungswelt der pubertierenden 15- und 16-Jährigen finden.
Insgesamt ist aufgefallen, wie interessiert die SuS während des „Crash-Kurses“ waren, weil man den Eindruck gewinnen konnte, dass sie wirklich wie im Kino oder einer spannenden Veranstaltung mit Event-Charakter „gepackt“ bzw. „gefesselt“ worden sind. Die Botschaft war klar: „Mein und dein – unsere – Leben sind zu wertvoll, als dass ich diese(s) einfach so aufs Spiel setze!“ Zu guter Letzt ist zu sagen, dass das Projekt „Crash-Kurs“ ein sehr wertvoller Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wahrgenommen worden ist und somit einen wirkungsvollen Impuls sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft der jungen Menschen geben konnte, was den SuS im 10. Jahrgang der GBM zugutekommen konnte.

Dr. Hans-Volker Schwarz M.A. (Beratungslehrer 9./10. Jahrgang)